Archiv April 2020

Kurzarbeitergeld berechnen

Nutzen Sie unseren Kurzarbeitergeldrechner um Ihren Anspruch auf Kurzarbeitergeld zu ermitteln.

Die Höhe des Kurzarbeitergeldes richtet sich nach der Höhe des finanziellen Verlust nach Abzug von Steuern und SV-Beiträgen. Die Arbeitslosenversicherung übernimmt 60 Prozent des ausgefallenen Nettoentgelts. Erhalten Sie für wenigstens für ein Kind einen Kinderfreibetrag, erhöht sich der Satz auf 67 Prozent.


Covid-19 – Kurzarbeit und Minijob

Arbeitnehmer, für deren Hauptbeschäftigung Kurzarbeit angemeldet wurde, können daneben einen Minijob ausüben. Je nachdem, wann der Minijob aufgenommen wurde, kann dieser sich auf die Höhe des Kurzarbeitergeldes auswirken. Zwischen zwei Fallkonstellationen muss unterschieden werden:

  1. Der Minijob wird neu aufgenommen

Arbeitnehmern, die in Kurzarbeit gegangen sind und jetzt bei einer anderen Firma einen Minijob neu aufnehmen, wird der Verdienst aus diesem Minijob auf das Kurzarbeitergeld angerechnet. Das bedeutet, dass die Berechnungsgrundlage für das Kurzarbeitergeld des Arbeitnehmers um den Verdienst aus dem Minijob gekürzt wird.

  1. Der Minijob bestand schon vor Beginn der Kurzarbeit

Arbeitnehmer, die bereits vor der Kurzarbeit einen Minijob neben ihrer Hauptbeschäftigung ausgeübt haben und diesen fortführen, können dies ohne Abzüge beim Kurzarbeitergeld tun. Die Berechnungsgrundlage für das Kurzarbeitergeld wird nicht um den Verdienst aus dem Minijob gekürzt.

Eine Mindestbeschäftigungszeit im Minijob vor Beginn der Kurzarbeit ist nicht erforderlich.


Kurzarbeitergeld wegen des Coronavirus

Arbeitgeber, die aufgrund des Coronavirus Kurzarbeit anordnen, können jetzt unter erleichterten Bedingungen Kurzarbeitergeld beantragen. Ziel dabei ist, dass beschäftigte vorübergehend weniger Stunden leisten und nicht gekündigt werden müssen. Die Arbeitslosenversicherung übernimmt bis zu zwei Drittel des Verdienstausfalls.

Der Anspruch auf Kurzarbeitergeld muss grundsätzlich auf einem unabwendbaren Ereignis oder auf wirtschaftlichen Gründen beruhen (§ 96 SGB III). Dies trifft beispielsweise zu, wenn Lieferungen ausbleiben und die Produktion eingeschränkt werden muss oder wenn durch staatliche Schutzmaßnahmen Betriebe geschlossen werden. Für die in der Folge deutlich verringerten Arbeitszeiten kann ein entsprechender Antrag gestellt werden.

Die erleichterten Bedingungen für die Beantragung von Kurzarbeitergeld während der Corona-Kriese sind nach SGB III befristet bis zum Jahre 2021. Die folgenden Kriterien wurden beschlossen:

  • Absenken des Quorums der im Betrieb Beschäftigten, die vom Arbeitsausfall betroffen sein müssen auf bis zu 10 Prozent (sonst mindestens 1/3 der Belegschaft).
  • Teilweise oder vollständiger Verzicht auf den Aufbau negativer Arbeitszeitsalden (sonst müssen in Betrieben, in denen Vereinbarungen zu Arbeitszeitschwankungen bestehen, diese zur Vermeidung von Kurzarbeit gem. § § 96 Abs. 4 Satz 2 Nr. 3 SGB III eingesetzt werden).
  • Ermöglichung des Kurzarbeitergeldbezugs auch für Leiharbeitnehmer ( sonst haben Leiharbeitnehmer bislang keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld; siehe § 11 Abs. 4 Satz 2 AÜG).
  • Vollständige Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge durch die Bundesagentur für Arbeit (sonst hat der Arbeitgeber während des Bezugs des Kurzarbeitergeldes die Sozialversicherungsbeiträge weiter zu bezahlen).